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Waldkauz

Biologie

Der Waldkauz ist die häufigste Eulenart der Schweiz und ein typischer Bewohner von Wäldern, Parkanlagen und alten Gärten. Als Standvogel bleibt er ganzjährig im selben Revier. Er ist nachtaktiv und jagt vor allem Kleinsäuger wie Mäuse, gelegentlich auch Vögel, Amphibien oder Insekten. Die Brutzeit beginnt früh – oft schon im Februar. Gebrütet wird in Baumhöhlen, alten Spechthöhlen oder Nistkästen. Waldkäuze sind ortstreu und nutzen Reviere über viele Jahre hinweg.

Lebensraum

Bevorzugt strukturreiche Laub- und Mischwälder mit alten Bäumen, aber auch Friedhöfe, Parks und grosse Gärten mit Baumhöhlen. In der Schweiz vom Flachland bis in mittlere Höhenlagen verbreitet.

Gefahren

Gefährdung durch Verlust alter Bäume mit Höhlen, Verkehrsunfälle und Störungen an Brutplätzen. Jungvögel gefährdet durch Nesträuber wie Marder.

Mensch & Tier
Fördermaßnahmen

Erhalt alter Höhlenbäume, Anbringen grosser Eulennistkästen in ruhigen Waldgebieten oder Parks. Lichtverschmutzung reduzieren und störungsarme Rückzugsräume schaffen.

Beobachtungstipps
Beobachtungstipps

Der Waldkauz ist dämmerungs- und nachtaktiv – wer ihn sehen will, braucht Geduld und Glück. Seine typischen Rufe sind besonders im Spätwinter zu hören. Tagsüber versteckt er sich gut getarnt in Baumhöhlen oder dichtem Laubwerk. Ein vielversprechender Ort zur Beobachtung ist ein ruhiger, alter Park oder Wald mit Höhlenbäumen.

Status
migriert

Distelfink

Biologie

Der Distelfink, auch Stieglitz genannt, ist ein auffällig bunter Finkenvogel. Er brütet zwischen April und August meist in Baumkronen oder hohen Sträuchern. Das Nest wird kunstvoll gebaut, oft mit Pflanzenwolle und Spinnweben ausgekleidet. Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, bevorzugt von Disteln, Kletten und Löwenzahn. In der Schweiz ist der Distelfink ein Standvogel, kleinere Gruppen streifen jedoch im Winter umher.

Lebensraum

Offene, strukturreiches Kulturland mit Hecken, Brachflächen, Feldrändern und Gärten. In der Schweiz weit verbreitet, auch in Siedlungsnähe und bis in mittlere Höhenlagen.

Gefahren

Rückgang durch Verlust an Wildkräutern und Samenpflanzen infolge intensiver Landwirtschaft, Pestizideinsatz und Versiegelung von Flächen.

Mensch & Tier
Fördermaßnahmen

Förderung artenreicher Wiesen, Blühstreifen und naturnaher Gärten mit Disteln und anderen Samenpflanzen. Kein Rückschnitt von Wildpflanzen im Herbst.

Beobachtungstipps
Beobachtungstipps

Distelfinke lassen sich gut beobachten, wenn sie auf Disteln oder Sonnenblumen sitzen und die Samen fressen. Ihr trillernder, klingelnder Gesang ist besonders auffällig. Im Winter kommen sie gerne an Futterstellen mit Sonnenblumenkernen. Durch ihre gesellige Art meist in kleinen Trupps unterwegs. Ein Blick in verwilderte Ecken oder Brachflächen lohnt sich.

Status
migriert

Schwanzmeise

Biologie

Die Schwanzmeise ist ein geselliger, kleiner Vogel, der in der Schweiz ganzjährig anzutreffen ist. Ihre kugelige Form mit langem Schwanz macht sie unverwechselbar. Sie baut kunstvolle, rundliche Nester aus Moos, Rinde, Flechten und Spinnweben in Sträuchern oder Bäumen. Die Brutsaison ist von März bis Juni. Ausserhalb der Brutzeit lebt sie oft in Familienverbänden. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus kleinen Insekten und Spinnen, im Winter auch aus Samen.

Lebensraum

Bevorzugt strukturreiche Wälder, Heckenlandschaften, Waldränder und Gärten. In der Schweiz im Flachland und den Voralpen weit verbreitet.

Gefahren

Gefährdet durch Verlust dichter Strauchschichten, intensive Landwirtschaft und Brutverluste durch Wetterextreme.

Mensch & Tier
Fördermaßnahmen

Förderung von Hecken und Strauchgruppen, angepasste Schnittpflege im Frühjahr. Naturnahe Gärten mit vielfältigen, und dichten Gehölzen oder Sträuchern bieten Nahrung und Brutplätze.

Beobachtungstipps
Beobachtungstipps
Box Beobachtungstipps

Schwanzmeisen sind oft in kleinen, lebhaften Gruppen unterwegs und sind durch ihre leisen, hohen „si-si-si“-Rufe schon von Weitem zu erkennen. Sie bewegen sich flink auf Zweigen, oft kopfüber, auf der Suche nach Insekten. Besonders gut im Winter zu beobachten, wenn das Laub fehlt und die Tiere vermehrt in die Siedlungen kommen.

Status
migriert

Blaumeise

Biologie

Die Blaumeise ist ein häufiger Brutvogel der Schweiz. Sie nistet in Höhlen, bevorzugt alten Baumhöhlen, nimmt aber auch Nistkästen gerne an. Als Standvogel bleibt sie das ganze Jahr über in der Schweiz, wobei einzelne Tiere im Winter auf Futtersuche umherstreifen. Die Brutzeit beginnt im April. Blaumeisen sind sehr anpassungsfähig und brüten auch in Parks und Gärten. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und Spinnen, im Winter auch aus Samen und Beeren.

Lebensraum

Bewohnt Laub- und Mischwälder, Streuobstwiesen, Gärten, Parks und Waldränder. In der Schweiz von der Tiefebene bis in mittlere Höhenlagen verbreitet.

Gefahren

Intensive Forstwirtschaft, Verlust alter Bäume mit Höhlen und Pestizideinsatz können den Bestand lokal gefährden.

Mensch & Tier
Fördermaßnahmen

Erhalt alter Bäume und Verzicht auf Gifte in Gärten helfen ebenso wie das Pflanzen heimischer Sträucher mit Beeren und Samen. Nistkästen mit kleinem Einflugloch (26–28 mm) aufhängen.

Beobachtungstipps
Beobachtungstipps

Die Blaumeise ist ein gern gesehener Gast am Futterhaus. Im Frühling gut an ihrem zwitschernden, hohen Ruf zu erkennen. Besonders schön zu beobachten sind ihre akrobatischen Kletterkünste an dünnen Zweigen, wo sie kopfüber nach Insekten suchen. In strukturreichen Gärten ist sie fast immer anzutreffen.

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Status
migriert

Alpen-Strauchschrecke

Biologie

Die Alpen-Strauchschrecke (Pholidoptera aptera), auch Flügellose Heuschrecke genannt, ist eine auffällige Langfühlerschrecke (Ensifera). Sie zeichnet sich durch das Fehlen von Flügeln aus, was ihr den Namen „aptera“ (flügellos) einbrachte. Die Tiere sind relativ groß: Die Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 25 mm, die Männchen sind etwas kleiner. Ihre Färbung reicht von gräulich, bräunlich bis schwarz, was eine gute Tarnung in ihrer natürlichen Umgebung ermöglicht. Diese Heuschreckenart ist bodenbewohnend und lebt in der Krautschicht oder an der Basis von Büschen, sie bevorzugt dicht bewachsene Lebensräume. Sie ernährt sich sowohl von Blättern und Gräsern als auch räuberisch von kleinen Insekten.

Die Paarung findet im Sommer statt. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier dank ihrer langen Legeröhre in den Erdboden ab. Die Nymphen durchlaufen mehrere Stadien und benötigen für ihre Entwicklung mindestens zwei Jahre. Die adulten Tiere findet man von Juni bis November, mit dem Höhepunkt von Juli bis September.

Lebensraum

Die Alpen-Strauchschrecke besiedelt struktureiche Lebensräume an schattigen und leicht feuchten Orten, wie dicht bewachsene Waldränder oder Kahlschläge, Hochstaudenflure, Adlerfarnfluren, steinige, bebuschte Halden, Zwergstrauchgesellschaften, langgrasige oder verbuschte Weiden und Wiesen. In hohen Lagen werden warme Südhänge bevorzugt.

Verbreitung

In der Schweiz ist das Vorkommen auf den Südosten des Landes (SG, GR, TI) begrenzt. Isolierte Populationen auch im SH und im VS (Simplongebiet). In Deutschland wird der gesamte Alpenraum besiedelt. In Österreich ist die Art fast im ganzen Land verbreitet, wobei die Alpen das Hauptgebiet bilden. Die Höhenverbreitung reicht von der Ebene bis über 2000 m im Gebirge.

Gefahren

Die größte Bedrohung für die Alpen-Strauchschrecke ist der Verlust von Lebensräumen durch die Extensivierung der Landwirtschaft, insbesondere der Aufgabe der Pflege von Buschigen Flächen welche verwalden.

Mensch & Tier
Fördermaßnahmen
Die Alpen-Strauchschrecke besiedelt auch Föhren-Waldränder.
Bergflanke mit Fichten und Föhren.
Beobachtungstipps
Beobachtungstipps

Die Heuschrecke ist durch ihre bräunlich-grüne Färbung gut getarnt. Die versteckt lebenden Tiere machen vor allem durch ihren lauten Gesang, welchen man bis zu 70m hören kann, auf sich aufmerksam (Video auf Youtube). Dieser Balzgesang besteht aus einer schnellen Abfolge von «zri»-Lauten. In den Morgen- und Abendstunden kann man die Tiere beim Sonnenbad beobachten. Die Tiere sind sehr scheu und verstummen sofort, wenn man sich ihnen nähert. Werden sie gestört, lassen sie sich in die Vegetation fallen oder hüpfen weg.

Gesang (Männchen)
Status
migriert

Grünes Heupferd

Biologie

Das grüne Heupferd (Tettigonia virridissima) ist ein Vertreter der Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae). Es ist die grösste Heuschreckenart (Weibchen bis 4.2 cm reine Körperlänge, ohne Legeröhre) welche in der Schweiz beobachtet werden kann. Die Art ernährts sich räuberisch von kleinen Arthropoden (wie Fliegen, Blattläuse, Raupen, Kartoffelkäferlarven, usw). Sie kann ihre Ernährung durch Pflanzen ergänzen, jedoch ohne Schaden anzurichten. Die natürlichen Feinde dieser Heuschrecke sind Vögel (u.a. Turmfalk, Steinkauz, Weissstorch), Amphibien und insektenfressende Säugetiere.

Die Art ist tag- und nachtaktiv und lässt ihren Gesang hauptsächlich am Nachmittag und am Abend bis Mitternacht hören. Die Weibchen legen ihre Eier, einzeln oder in Gruppen mithilfe ihrer Legeröhre (siehe Bild oben) in den Boden ab. Die Eier überwintern und schlüpfen im Frühjahr - sie können aber auch bis zu 5 Jahre in der Erde bleiben, bevor sie schlüpfen. Die Lebenserwartung der adulten Form beträgt nur 6 Monate.

Lebensraum

Gras- und Strauchlandschaften, sonnige Stellen, Wegränder, Trockenrasen, Gestrüpp, Brachland. Gärten und Pärke in städtischen Gebieten. Tendenziell werden tiefere Lagen und wärmere Standorte bevorzugt.

Verbreitung

Das grüne Heupferd tritt in der Schweiz in allen Regionen auf (Verbreitungskarte info fauna). Als wärmeliebende Art, ist es in tieferen Lagen (bis 1500 m), wie im Mittelland und in den Voralpen, weit verbreitet, während es in höheren alpinen Regionen seltener anzutreffen ist. Die Art ist in Deutschland und Österreich ebenfalls weit verbreitet und kommt in fast allen Regionen vor, mit Ausnahme der höchsten Gebirgslagen.

Gefahren

Die Art hat geringe ökologische Ansprüche und passt sich an eine Vielzahl von Lebensräumen an. Man trifft sie sogar in dicht besiedelten Gebieten an, wo ihr ein paar einzelne Bäume und kleine grüne Ecken genügen. Außerdem kann sie mehrere Kilometer zurücklegen, so dass sie bei Bedarf ihren Standort wechseln kann.

Insektizide töten Orthopteren, Dünge- und Pflanzenschutzmittel können die Fruchtbarkeit der Weibchen oder die Entwicklung der Embryonen beeinträchtigen.

Mensch & Tier
Fördermaßnahmen

Aufgrund der Häufigkeit und der Anpassungsfähigkeit, gibt es keinen Grund, das grüne Heupferd besonders zu fördern. Als Art mit geringen ökologischen Ansprüche, ist es einfach, ihr einen geeigneten Lebensraum im eigenen Garten zu bieten. Das Grüne Heupferd profitiert von einer extensiven und naturnahen Bewirtschaftung der Grünflächen und Gärten.

Trotz der weit verbreiteten Meinung ist das grüne Heupferd nicht der Feind des Gärtners, ganz im Gegenteil, da es zahlreiche Kulturschädlinge frisst, insbesondere Kartoffelkäfer. Orthopteren sind harmlose Insekten, die jedoch mit Vorsicht behandelt werden sollten. Das grüne Heupferd kann mit seinen Mandibeln, die kräftig sind, beißen.

Wildblumenwiesen mit verschiedenen, einheimischen Blumen bieten dem Tagpfauenauge auch mitten in der Stadt eine tolle Lebensgrundlage.
Beobachtungstipps
Beobachtungstipps
Sehen und hören

Das grosse Heupferd ist eine recht häufige Art in der Schweiz. Zwischen Juli und Oktober kann man auf Wiesen, grasbewachsenen Böschungen und Weiden nach diesem großen Grashüpfer Ausschau halten. Man kann es auch in Gärten (u.a. in Himbeerrabatten) und Pärke antreffen. Aufgrund seine Farbe ist es schwer zu entdecken, wenn es sich nicht bewegt – oft sieht man es erst beim Abflug.

Männliche Heupferde machen durch ihren lauten, ununterbrochenen Gesang auf sich aufmerksam, der an heißen Tagen und Nächte oft zu hören ist. Der Ruf klingt wie ein lautes, fast kontinuierliches "Surren" oder "Zirpen" mit Strophen aus scharfen zweisilbigen Versen. Am Nachmittag und in den frühen Abendstunden kann man die Männchen besonders gut singen hören (Video). Dieser Gesang ist bis zu 200 m weit hörbar und ermöglicht es den Individuen, sich auf große Entfernung in der manchmal dichten Vegetation zu lokalisieren. 

Gesang des grünen Heupferd (Männchen)
Status
migriert