Auf den Spuren der Igel in der Schweiz: Ein Kulturfolger unter Druck?

7. August 2018

Das gesamtschweizerische Projekt ¬ęIgel gesucht¬Ľ ruft seit Mai 2018 dazu auf, Beobachtungen der stacheligen Kulturfolger zu melden. Parallel dazu arbeiten √ľber alle Landesteile verteilt Freiwillige mit, um Igel mit Hilfe von Spurentunnels nachzuweisen. Erste Resultate zeigen L√ľcken in der Verbreitung.

Systematische Volkszählung bei den Igeln

Igel sind mehrheitlich Siedlungsbewohner und leben vor unserer Haust√ľr. Doch zu sehen sind sie nur selten, denn sie sind nachtaktiv. Es gibt zudem Hinweise, dass heute weit weniger Igel in D√∂rfern und St√§dten unterwegs sind, als noch vor zwanzig Jahren.

Im Projekt ¬ęIgel gesucht¬Ľ wird das Vorkommen von Igeln systematisch untersucht. Spurentunnels werden mit Farb- und Papierstreifen ausger√ľstet und in Privatg√§rten sowie auf Gr√ľnfl√§chen platziert. Geht ein Igel durch einen solchen Tunnel, hinterl√§sst er seine Pfotenabdr√ľcke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind. Erg√§nzend k√∂nnen Beobachtungen auf der Plattform www.s√§ugetieratlas.wildenachbarn.ch gemeldet werden. F√ľr ein repr√§sentatives Bild ist jede Beobachtung wichtig. Auf der Webseite kann auch abgefragt werden, wo bereits Beobachtungen von Igeln gemacht wurden und wie man seinen Garten oder die Umgebung der Siedlung igelfreundlich gestalten kann.

 

Seit Mai gingen 1120 Meldungen von Igeln ein. Bisher wurden Spurentunnel in 105 Quadratkilometern aufgestellt. Auf 48 % der bisher ausgewerteten Quadrate wurden keine Igel festgestellt. Diese Resultate weisen darauf hin, dass die Igel in der Schweiz zwar noch weit verbreitet sind, ihr Vorkommen jedoch L√ľcken aufweist, die weiter untersucht werden m√ľssen.

Igelbeobachtungen gesucht

Die Feldaufnahmen f√ľr das Projekt laufen noch bis Ende August. Weiterhin werden Igelbeobachtungen gesucht, die auf der Meldeplattform s√§ugetieratlas.wildenachbarn.ch gemeldet werden k√∂nnen, wenn immer m√∂glich mit Bild. Jede Meldung ist wertvoll. Zus√§tzlich werden f√ľr die Betreuung der Spurentunnelquadrate Freiwillige gesucht. Ihre Mitarbeit umfasst das Aufstellen und die t√§gliche Kontrolle von zehn Tunnels w√§hrend einer Woche in einem zugeteilten Gebiet. Weitere Informationen und das Anmeldeformular befinden sich auf der Meldeplattform s√§ugetieratlas.wildenachbarn.ch.

 

Wildtiermeldungen f√ľr den neuen S√§ugetieratlas

Im Rahmen des Projekts ‚Äě Igel gesucht‚Äú wird die Bev√∂lkerung in der Schweiz und Liechtenstein aufgerufen, Beobachtungen von Igeln und anderen Wildtieren auf der Meldeplattform s√§ugetieratlas.wildenachbarn.ch zu melden. Die Meldungen fliessen in den neuen S√§ugetieratlas der Schweiz und Liechtensteins ein, welcher zurzeit von der Schweizerischen Gesellschaft f√ľr Wildtierbiologie SGW erarbeitet wird. Beobachtungen k√∂nnen auch auf den Meldeplattformen Webfauna oder ornitho.ch eingegeben werden.

 

Medienmitteilung zum Herunterladen unten an der Seite.

 

F√ľr Ausk√ľnfte:

Anouk Taucher, Gesch√§ftsstelle Wilde Nachbarn, c/o SWILD, Z√ľrich, Tel. 044 450 68 09
anouk.taucher@swild.ch

Lisa Wirthner, ZHAW Wädenswil, Projekt Säugetieratlas, Tel. 058 934 57 21, lisa.wirthner@zhaw.ch

 

Schweizerische Gesellschaft f√ľr Wildtierbiologie SGW
www.naturwissenschaften.ch/organisations/sgw-ssbf

Beobachtungsmeldeplattform: www.säugetieratlas.wildenachbarn.ch

Verein StadtNatur, c/o SWILD, Wuhrstrasse 12, 8003 Z√ľrich
info@wildenachbarn.ch
facebook.ch/wildenachbarn

 

Folgende Bilder stehen f√ľr den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren kostenfrei zur Verf√ľgung (durch einen Klick aufs Bild).¬†

© Fabio Bontadina / swild.ch

 

Abb. 1: Ein Jungigel auf ersten Erkundungstouren.

© Fabio Bontadina / swild.ch

 

Abb. 2: Igel auf Futtersuche.

© Anouk Taucher / stadtwildtiere.ch

 

Abb.3: Spuren eines Igels aus einem Spurentunnel.

¬© Simon Steinemann / Igelzentrum Z√ľrich

 

Abb.4: Spurentunnel mit Einlage f√ľr Spuren, Farbe und K√∂der.

 

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